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11.05.2020 | Kunst und Kultur

From the collection / Aus der Sammlung: Hannah Rath

Hannah Rath war 2015/16 die Stipendiatin für das Kunststipendium in der Trittauer Wassermühle. Mittlerweile lebt und arbeitet die Künstlerin neben Hamburg in Berlin und hat einen Verlag für Künstlerbücher gegründet.

Hannah Rath studierte von 2003 bis 2010 an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg. Nach dem Kunststipendium in Trittau erhielt sie unter anderem 2016  das Hamburger Arbeitsstipendium für bildende Kunst der Kulturbehörde Hamburg, 2017 das  Residenzstipendium Château de Millemont der Behörde für Kultur und Medien Hamburg, 2018  ein  Reisestipendium für Istanbul der Hessische Kulturstiftung sowie 2019 das Kunststipendium der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius.

Wir haben die Künstler*innen gebeten unser Kurzinterview zu beantworten, einen Kurzfilm aus dem Atelier #livefromthestudio zu liefern sowie 2-3 Werkaufnahmen aktueller Arbeiten.
Das Kurzinterview sowie eine Abbildung der Werke aus unserer Sammlung finden Sie auf dem Stiftungsportal, die Werkabbildung sowie den Film auf den Social-Media-Kanälen der Galerie in der Wassermühle Trittau:
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Schauen Sie vorbei!

Kurzinterview: Drei Fragen an... Hannah Rath

Was verbindet Sie mit der Stiftung?
Ich war  2015/2016 Stipendiatin der Sparkassen-Kulturstiftung Stormarn. Im Rahmen des Jahresstipendiums konnte ich in der Trittauer Wassermühle leben und im angrenzenden Atelierhaus arbeiten. Diese Zeit war für mich ausgesprochen wertvoll, ich habe die Ruhe vor Ort sehr genossen und konnte meinen Fokus auf die Entwicklung ganz neuer Werkgruppen legen.

Wie ist das Werk "times (L. Wittgenstein)" (aus der Sammlung) entstanden?
Die Werkgruppe "times" ist eine seit 2015 fortlaufende Serie von Arbeiten, die ich während meines Stipendienaufenthalts entwickelt habe.
Sie besteht aus Aluminium-, Messing-, und Kupferrohren in unterschiedlichen Längen und Durchmessern, Zitate "über die Zeit" sind in das Material poliert sind. Auf dem Werk der Kunstsammlung ist etwa folgendes Zitat von Ludwig Wittgenstein zu lesen: "Ist es möglich die Zeit mit einem Ende zu denken oder mit zwei Enden?".
Grundsätzlich bin ich hier von der Idee ausgegangen, das Zitate "über die Zeit" von verschiedenen Schriftstellern, Musikern oder ähnlichen, aus unterschiedlichen Epochen, als Konvolut von Stäben oder auf einzelnen Stäben geschrieben physisch Raum einnehmen.
Die in das Metall polierte Schrift bzw. der polierte Umraum der Schrift heben sich optisch stark von dem unbearbeiteten Metall ab. Das Material ist an der Oberfläche sozusagen in zwei Zustände versetzt. Im Laufe der Zeit werden diese zwei Materialzustände sich wieder an einander angleichen, das Zitat wird sich wieder mit dem Umraum verbinden und unleserlich werden.

Woran arbeiten Sie aktuell?
Aktuell bin ich in der Endproduktionsphase meines neuen Katalogs STRESSED DESSERTS, der bei THE BOOKS THE BOOKS erscheinen wird. Seit 2016 bin ich Teil des Künstlerkollektivs THE BOOKS THE BOOKS, bestehend aus Alexander Rischer, Almut Hilf, Anna Bertermann, Mathias Meyer, Martin Hoener, Rebekka Seubert und Hannah Rath. Anfang diesen Jahres haben wir der gleichnamigen Verlag gegründet, STRESSED DESSERTS wird unsere erste Publikation sein. Unser Interesse besteht darin experiementelle Formen von Buch zu kuratieren, produzieren und schließlich zu publizieren.

Weitere Informationen finden Sie unter: www.hannah-rath.com