KulturimStall quadrat

22.06.2020 - 30.06.2020 | Kunst und Kultur

Kultur im Stall

Tanz, Literatur und Musik zu Gast in der Galerie im Marstall Ahrensburg

Kultur braucht Räume – diese Feststellung ist nicht neu, aber in Zeiten der
Corona-Pandemie besonders evident. Die Stiftungen der Sparkasse
Holstein haben deshalb einige neue kulturelle Formate entwickelt, die
Kultur digital erlebbar machen und zugleich eine Form der
Künstler*innenförderung darstellen. Das neueste Format heißt Kultur im
Stall. „Ende Juni machen wir als Ausstellungshaus für Gegenwartskunst die
Halle der Galerie im Marstall Ahrensburg für ein kurzes, ausgewähltes
Programm an Performances anderer Kultursparten nutzbar. Um die
geltenden Hygienevorgaben einzuhalten, wird es bei den Auftritten kein
Live-Publikum geben – wohl aber einige Live-Übertragungen auf dem
Instagram-Kanal der Galerie im Marstall Ahrensburg“, erzählt Dr.
Katharina Schlüter, Leiterin Kunst & Kultur bei den Stiftungen der
Sparkasse Holstein. „Zwei Tanzperformances, eine Lesung sowie zwei
kleine Konzerte sind geplant. Alle Aufführungen werden ab dem 30. Juni
als ca. 20-minütige Filme auf der Webseite der Stiftungen der Sparkasse
Holstein veröffentlicht. Die Künstler*innen erhalten so eine
Auftrittsmöglichkeit und werden im Rahmen der operativen
Zweckverwirklichung von den Stiftungen gefördert.“ Auch zukünftig soll das
Format „Kultur im Stall“ – wenn das Ausstellungsprogramm der Galerie im
Marstall in den Sommer- und Wintermonaten pausiert – immer wieder in
kurzen Zeitfenstern stattfinden. In diesem besonderen Jahr und dem
ersten Durchlauf sind folgende Künstler*innen zu Gast, alle Videos und Fotos finden Sie auf unseren Social-Media-Kanälen:
Galerie im Marstall Ahrensburg
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Instagram

 


Chris Kremberg & Fernanda Ortiz, Fotografie & Tanz: 24.6. um 13.30 via
Instagram live @chriskremberg
In der Intervention „inbetween – Fotografie & Tanz“ in der Galerie im
Marstall Ahrensburg schaffen die Künstlerin Chris Kremberg und die
Tänzerin Fernanda Ortiz gemeinsam einen Raum, in dem der Fragilität von
Bewegung und dem Verhältnis von Bild und Bewegung nachgegangen
wird. Chris Kremberg lebt und arbeitet als Künstlerin in Schleswig-Holstein
und befasst sich in ihren fotografischen Projekten oftmals mit tänzerischen
Bewegungen und Performance. Fernanda Ortiz interessieren nach ihrem
Studium der Kunst und Kunstgeschichte in Argentinien und einem
Tanzstudium an der Folkwang Universität der Künste die Schnittstellen
zwischen darstellender und bildender Kunst. Sie lebt und arbeitet in
Hamburg.

CLEO & David Grabowski, Musik: 25.6. um 12.00 via Instagram live
@galerieimmarstall
Die junge Sängerin CLEO gehört zu den spannendsten Newcomern der
heutigen Szene, denn ihre Musik atmet die Tiefe und emotionale Intensität
des Blues. Sie trat als erste europäische Sängerin bei der Eröffnungsgala
des Jazz & Heritage Festivals in New Orleans auf.
Der Gitarrist David Grabowski hat seine musikalische Heimat im Jazz
gefunden. 2018 wird er „für herausragende künstlerische Leistungen“ mit
dem IB.SH – JazzAward ausgezeichnet. „Als pointierter und soundbewusst
agierender Instrumentalist“ (SZ) erhält er den Solistenpreis beim Münchner
Jazzpreis 2018. Mit dem Konzertprogramm „Celebrating Ella & Joe“ feiert
das Duo die Jazzlegenden Ella Fitzgerald und Joe Pass, die in identischer
Besetzung zwischen 1973 und 1986 vier Studioalben herausgebracht
haben, auf denen sie Jazzstandards auf zeitlos eindringliche und sensible
Weise interpretieren.

Sarah Claire Wray, Literatur: 26.6. um 13.00 via Instagram live
@wraxeslyrics
Sarah Claire Wray liest in der Galerie im Marstall aus ihrem aktuellen
Projekt. In ihrem Text geht es um Sascha, eine junge Frau, deren Welt sich
aus scheinbar unvereinbaren Gegensätzen zusammenfügt. Kindheit im
Hochhaus, Jugend auf dem Elite Gymnasium und immer der Wunsch der
eigenen Herkunft, der „falschen Hautfarbe“, wie sie sagt, zu entfliehen. Ein
Einblick in die Welt einer zerrissenen Figur.
Sarah Claire Wray, aka wraxes, wurde 1993 in eine deutsch-karibische
Familie in Köln geboren. Ihr Architektur-Studium brach sie nach zwei
Semestern ab, um an Theatern in ganz Deutschland als Regieassistentin
zu arbeiten. Seit 2017 studiert sie Schauspielregie an der Hochschule für
Schauspielkunst Ernst Busch. Sie veröffentlichte Gedichte im Wetter
Magazin, sowie online bei der Mosaik Zeitschrift für Literatur und Kultur
und ist aktuell Stipendiatin der Roger Willemsen Stiftung.

Jenny Beyer & Helena Ratka, Video & Tanz: 29.6. um 18.00 via
Instagram live @beyer.jenny
April 2020: Das Theater ist eine Ruine, es gibt kein Publikum mehr,
niemand kommt. Aus der Abwesenheit des Publikums heraus entstand die
Zusammenarbeit „Dance for the Camera“ zwischen der Videokünstlerin
Helena Ratka und der Choreographin und Tänzerin Jenny Beyer, in der die
Kamera zur Duettpartnerin der Tänzerin wird. Wie können sich Qualitäten
von Nähe und Begegnung über Videoaufnahmen vermitteln. Für wen tanzt
die Tänzerin, wenn das Publikum nicht anwesend ist? Was heißt Nähe jetzt
gerade? Seit 2019 begleitet Helena Ratka Jenny Beyers Projekte DAS
OFFENE STUDIO, das Möglichkeiten der Begegnung zwischen Publikum und
Künstler*innen untersucht.

Abed Harsony, Musik: Filmmaterial ab 30.6. online auf den Webseiten
der Stiftung
Der Musiker Abed Harsony kommt aus Idlib in Syrien. Seit 2010, nach dem
Abschluss seines Musikstudiums, arbeitet Abed Harsony als Musiker. Er ist
Mitglied der Gruppe Syriab Band, einem Zusammenschluss syrischer
Musiker, die sich nach ihrer Ankunft in Deutschland wiedervereinen
konnten und traditionelle syrische Musik spielen. In unterschiedlichen
Projekten bringt er verschiedene Genres mit arabischer Musik zusammen.
In der Videoproduktion in der Galerie im Marstall improvisiert er frei –
„Taksim“ ist das arabische Wort dafür. Es beschreibt eine nicht festgelegte
Melodie, die der spontane Ausdruck der Gefühle des Spielers ist. Die dabei
erklingenden Vierteltöne sind eine Besonderheit orientalischer Musik,
denn in der europäischen Musik gibt es sie nicht. Sein Instrument ist die
Oud, die arabische Laute. Die Improvisation wird gefilmt von der
Kamerafrau Anna Balthasar.

Laufzeit:
22. Juni bis 30. Juni 2020

Veranstaltungssort:
NUR ONLINE!

Abbildung: ingsillustrations