Kunststipendium in der Trittauer Wassermühle
Ana Kostova wird 35. Stipendiatin.
Abbildung (Foto: Ana Kostova): Ana Kostova, Von einem Raum zum anderen, Rauminstallation, 2023.
Die Stiftungen der Sparkasse Holstein freuen sich, Ana Kostova als 35. Stipendiatin für das Kunststipendium in der Trittauer Wassermühle der Sparkassen-Kulturstiftung Stormarn bekannt zu geben. Ab Mai 2026 tritt Kostova die Nachfolge der derzeitigen Stipendiatin, Noémi Barbaglia, an und wird für ein Jahr in der inspirierenden Umgebung der Wassermühle arbeiten und leben.
„Meine Malerei ist wie ein Haus, sie kann von allen Seiten betrachtet werden“, sagt Ana Kostova. Die 1995 in Bulgarien geborene Künstlerin erschafft Werke, die den Raum selbst zum Protagonisten machen. In Installationen, Objekten und Reliefs verschwimmen Grenzen zwischen Zwei- und Dreidimensionalität: Perspektiven kippen, Wände verschieben sich, und scheinbar vertraute Orientierungspunkte lösen sich in ein Spiel aus Farbe, Form und Licht auf.
Ana Kostova, Paravent, Acryl auf MDF, 380 x 200 x 100 cm, 2023 (Foto: Lorenz Wendt)
In Arbeiten wie Von einem Raum zum anderen transformiert Kostova Alltägliches in lebendige Farb- und Formexperimente. Kleine Raumecken, Paravents oder einfache Gegenstände werden zu leuchtenden Kompositionen aus Gelb, Blau, Rosa und Flieder – intuitiv, verspielt und dennoch präzise.
Ihre geometrischen Reliefs und Installationen spielen mit der Tradition der Konkreten Kunst, mit konstruktivistischer Formensprache und bulgarischen Bodenmosaiken, brechen deren strenge Regeln aber bewusst auf. Formen werden in Kostovas Arbeit zu Trägern von Erinnerung, kultureller Identität und kollektiven Erfahrungen. Farbe definiert nicht nur die Oberfläche, sie strukturiert, verschiebt und belebt die Form – und macht die Betrachter:innen zu Teilnehmenden des Raums.
„Ana Kostova lädt dazu ein, Raum, Perspektive und Wahrnehmung neu zu erfahren. Ihre Arbeiten hinterfragen festgefügte Schemata, verbinden persönliche und kollektive Geschichten und eröffnen einen intuitiven, lebendigen Zugang zu künstlerischen Traditionen im Jetzt – leuchtend, verspielt und unverwechselbar. Wir freuen uns auf Kostovas Arbeiten, die in diesem Jahr entstehen werden.“, sagt Dr. Katharina Schlüter, Geschäftsführerin der Sparkassen-Kulturstiftung Stormarn und Vorsitzende der Jury, die aus einer Vielzahl von Bewerbungen Ana Kostova auswählte, da ihr künstlerischer Ansatz und ihre Bewerbung besonders überzeugten.
Porträt von Ana Kostova, Foto: Vera Drebusch
Ana Kostova (*1995 in Plovdiv, Bulgarien) lebt und arbeitet aktuell in Hamburg. Von 2021 bis 2023 studierte sie Freie Kunst im M.A. an der Muthesius Kunsthochschule Kiel bei Prof. Antje Majewski, zuvor absolvierte sie ein Masterstudium Malerei an der Nationalen Kunstakademie Sofia.
2023 erhielt sie den DAAD‑Preis für herausragende internationale Studierende, 2024 wurde sie für den André‑Evard‑Preis für konkret‑konstruktive Kunst nominiert, und ebenfalls 2024 erhielt sie ein Pavillon‑Stipendium des Kulturwerks Schleswig‑Holstein.
Ihre abstrakten, geometrischen Arbeiten waren in zahlreichen Einzel‑ und Gruppenausstellungen im In‑ und Ausland zu sehen. 2025 realisierte sie u. a. eine Ausstellung in Zusammenarbeit mit der Galerie Kaufmann in Hamburg, in dessen Rahmen auch eine umfangreiche Publikation erschienen ist.
Kunststipendium in der Trittauer Wassermühle
Die Sparkassen-Kulturstiftung Stormarn schreibt seit über 30 Jahren ein einjähriges Stipendium mit Residenzpflicht für bildende Künstler:innen aus. Angesprochen sind Künstler:innen mit abgeschlossenem, künstlerischem Studium, die in Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern leben und arbeiten. Die Sparkassen-Kulturstiftung sieht seit 1992 ihre Aufgabe darin, Künstler:innen im Rahmen dieses Stipendiums eine künstlerische Weiterentwicklung zu ermöglichen und eine umfangreiche Publikationsmöglichkeit zu bieten. Gefördert werden soll das künstlerische Potential von Künstler:innen aus dem norddeutschen Raum, die eine mindestens zweijährige Ausstellungstätigkeit nach dem Studienabschluss nachweisen können.