Katherina Heil Collecting Anomalies detail2 Foto Jhoeko

10.01.2027 - 21.02.2027, 16:00 Uhr

Katherina Heil - Parallax

Im Kontext des Jahresthemas "Freiheit & Grenze" untersucht Katherina Heil die produktive Wechselwirkung zwischen Begrenzung und Möglichkeit.

Mit der Ausstellung Parallax entwickelt die Hamburger Künstlerin Katherina Heil eine vielschichtige Rauminstallation aus Skulpturen, Zeichnungen und installativen Elementen, die den Ausstellungsraum als ein dynamisches Gefüge von Beziehungen erfahrbar macht. Ausgangspunkt ist das Phänomen der Parallaxe: die scheinbare Verschiebung eines Objekts durch die Veränderung des eigenen Blickwinkels. Dieses Prinzip überträgt Heil auf den Ausstellungsraum und macht die Bewegung der Betrachtenden zu einem wesentlichen Bestandteil der Arbeit.

Gebogene Stangen, Steine, gespannte Verbindungen und zeichnerische Strukturen treten in Beziehung zueinander und erzeugen Situationen, die sich je nach Standort, Distanz und Perspektive verändern. Aspekte wie Gewicht, Spannung, Widerstand und Halt erscheinen dabei nicht allein als physische Eigenschaften von Materialien, sondern als Faktoren unserer Wahrnehmung. Die Arbeiten fügen sich nicht zu einem festen Bild, sondern eröffnen ein offenes Geflecht aus Bezügen, in dem Bedeutungen entstehen, sich verschieben und neu zusammensetzen können.

Im Kontext des Jahresthemas Freiheit & Grenze untersucht Heil die produktive Wechselwirkung zwischen Begrenzung und Möglichkeit. Materialien und physikalische Bedingungen setzen Formen Grenzen, eröffnen zugleich jedoch neue Handlungsräume. Freiheit und Grenze erscheinen dabei nicht als Gegensätze, sondern als sich gegenseitig bedingende Kräfte.

Die Ausstellung knüpft an zentrale Fragen der künstlerischen Praxis von Katherina Heil an. In ihren Arbeiten untersucht sie die Beziehungen zwischen Materie, Wahrnehmung, Raum und Zeit. Mit Zeichnung, Skulptur, Installation, Fotografie, Video und Performance entwickelt sie offene Konstellationen, in denen Fragmente, Objekte und Bilder neue Zusammenhänge sichtbar machen. Wissenschaftliche Bildwelten, geologische Spuren und Technologien der Beobachtung dienen ihr dabei als Ausgangspunkte, um zu erforschen, wie Wirklichkeit wahrgenommen, interpretiert und konstruiert wird.

Immer wieder verbindet Heil das Sichtbare mit dem Unsichtbaren, das Vertraute mit dem Unbekannten. Ihre Arbeiten bewegen sich zwischen Mikro- und Makrokosmos und fragen danach, wie sich Landschaft, Körper und Material in Relation zueinander verändern. So entstehen poetische Denk- und Erfahrungsräume, die weniger Antworten liefern als neue Perspektiven auf die Position des Menschen in einem komplexen Netzwerk von Beziehungen.

 

Katherina Heil (*1982 in Hamburg) lebt und arbeitet in Hamburg sowie Den Haag. Nach einem Studium der Fotografie an der Berliner Technischen Kunsthochschule absolvierte sie einen MFA in Fine Art an der AKV | St. Joost Academy of Art & Design in ’s-Hertogenbosch (Niederlande). Darüber hinaus studierte sie Kulturwissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin.

In ihren interdisziplinären Arbeiten verbindet Heil Zeichnung, Skulptur, Installation, Fotografie und Video. Ihre künstlerische Praxis beschäftigt sich mit Fragen der Wahrnehmung sowie den Beziehungen zwischen Mensch, Materie, Raum und kosmischen Zusammenhängen. Wissenschaftliche Bildverfahren, Beobachtungstechnologien und natürliche Phänomene dienen ihr als Ausgangspunkte für poetische und zugleich analytische Untersuchungen unserer Wirklichkeit.

Ihre Arbeiten wurden international in Deutschland, den Niederlanden, Griechenland, Litauen, Südkorea und den USA präsentiert. Zu ihren jüngeren Einzelausstellungen zählen unter anderem Wild Mind – Kind Matter (Massoumi Gallery, Hamburg, 2025), Betrachtungsräume (Galerie Ladøns, Hamburg, 2023) und Cosmographia (A-DASH, Athen, 2019).

 

Abb.: Katherina Heil, Collecting Anomalies, Detail ©Foto: Jhoeko