02.05.2027 - 20.06.2027, 16:00 Uhr
Heilwig Duwe-Ploog und Harald Duwe - Strandleben
Die Ausstellung versammelt Strand- und Küstenbilder des Künstlerehepaars aus mehr als sechs Jahrzehnten: von frühen Studien an der Elbe und an den Küsten Schleswig-Holsteins bis hin zu jenen Südfrankreichs.Strände gehören zu den großen Sehnsuchtsorten des Nordens. Hier treffen Natur und Freizeit, Beobachtung und Begegnung, Ruhe und gesellschaftliches Leben aufeinander. Diesem faszinierenden Kosmos widmet sich die Ausstellung Strandleben, die Werke von Heilwig Duwe-Ploog (1924-2023) und Harald Duwe (1926-1984) zusammenführt.
Das Künstlerpaar lernte sich unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg während des Studiums an der Hamburger Landeskunstschule kennen und prägte über Jahrzehnte die norddeutsche Kunstlandschaft. Obwohl beide einer gegenständlichen, am Menschen orientierten Malerei verpflichtet blieben, entwickelten sie sehr unterschiedliche Sichtweisen auf das Leben am Strand.
Während Heilwig Duwe-Ploog mit großer Sensibilität Licht, Bewegung und das unbeschwerte Miteinander der Menschen einfing, richtete Harald Duwe seinen Blick auf die Widersprüche der modernen Freizeitgesellschaft. Seine oft eindringlichen Strandbilder erzählen von Konsum, Umweltzerstörung und menschlichen Verhaltensmustern, ohne dabei den Blick für die einzelnen Menschen zu verlieren.
Die Ausstellung versammelt Strand- und Küstenbilder aus mehr als sechs Jahrzehnten: von frühen Studien an der Elbe und an den Küsten Schleswig-Holsteins über die gemeinsamen Aufenthalte auf Sylt und an der Hohwachter Bucht bis zu den lichtdurchfluteten südfranzösischen Strandlandschaften, die Heilwig Duwe-Ploog seit den 1980er Jahren malerisch festhielt. So entsteht ein vielschichtiges Panorama des Strandlebens, das gleichermaßen von der Freude am Beobachten wie von der Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Fragen erzählt.
Heilwig Duwe-Ploog (1924 – 2023) wurde 1924 in Hamburg geboren. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs studierte sie von 1945 bis 1950 an der damaligen Landeskunstschule Hamburg bei Willem Grimm und Erich Hartmann. Während des Studiums lernte sie den Maler Harald Duwe kennen, den sie 1951 heiratete. Über viele Jahrzehnte entwickelte sie ein eigenständiges figurativ-realistisches Werk. Im Mittelpunkt ihres künstlerischen Interesses standen Menschen in ihrem alltäglichen Lebensumfeld, Porträts, Landschaften und Interieurs. Seit den 1980er Jahren entstanden während längerer Aufenthalte in Südfrankreich zahlreiche Strand- und Freiluftszenen, in denen sie das lebendige Miteinander von Menschen, Licht und Landschaft einfing. Ihre Malerei zeichnet sich durch genaue Beobachtung, sensible Lichtführung und eine große Nähe zum beobachteten Motiv aus.
Harald Duwe (1926 – 1984) wurde 1926 ebenfalls in Hamburg geboren. Nach einer Ausbildung zum Lithografen studierte er von 1945 bis 1950 an der Landeskunstschule Hamburg bei Willem Grimm und Erich Hartmann. Zu seinen Kommilitonen gehörten unter anderem Horst Janssen, Paul Wunderlich und Vicco von Bülow (Loriot). Seit 1950 arbeitete er als freischaffender Künstler, auch als Hochschullehrer in Hamburg und als Professor an der heutigen Muthesius Kunsthochschule, Kiel. Heute gilt Harald Duwe als einer der bedeutenden Vertreter des kritischen Realismus in Deutschland. Bekannt wurde er insbesondere durch seine großformatigen Figuren- und Gesellschaftsbilder, in denen er sich mit Themen wie Konsumgesellschaft, Umweltzerstörung, Freizeitverhalten, Militarismus und gesellschaftlichen Entwicklungen auseinandersetzte. Seine Strandbilder der 1970er und frühen 1980er Jahre zählen zu den markantesten Werkgruppen seines Œuvres. Für sein künstlerisches Schaffen erhielt er unter anderem den Edwin-Scharff-Preis der Stadt Hamburg sowie den Kulturpreis der Landeshauptstadt Kiel.
Abb.: Heilwig Duwe-Ploog, Frau am Meer, 1999, Öl auf Leinwand, 64x80cm