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10.10.2027 - 05.12.2027, 16:00 Uhr

Marcel Große & Maria Schoof - Über alle Grenzen

Die Ausstellung versammelt zwei künstlerische Positionen, die sich im Spannungsfeld von Kosmos, Mystik und Grenze begegnen.

Im Rahmen des Jahresthemas Freiheit & Grenze fragen Marcel Große und Maria Schoof nach dem Verhältnis des Menschen zu einem Universum, das zugleich unendlich und zutiefst persönlich erfahrbar erscheint.

Beide Künstler:innen entwickeln Bildwelten, in denen die Erde als begrenzter Lebensraum dem offenen Raum des Kosmos gegenübersteht. Dabei wird das Weltall nicht naturwissenschaftlich verstanden, sondern als Denk- und Imaginationsraum: als Projektionsfläche für existenzielle Fragen nach Herkunft, Freiheit, Verbundenheit und Transzendenz. Mystik erscheint hier als ästhetische Erkenntnisform – als Versuch, das Unsichtbare sichtbar und das Unaussprechliche bildlich erfahrbar zu machen.

Maria Schoofs großformatige Malereien entstehen in einem intuitiven, körperlichen Prozess. Aus Schichten von Farbe und Zeichnung wachsen archetypisch anmutende Figuren hervor, deren ruhiger, einäugiger Blick inmitten eines vielgestaltigen Bildkosmos Orientierung stiftet. Zwischen surrealen Formationen und organischen Landschaften entfalten ihre Arbeiten eine stille Präsenz, die den Betrachtenden in einen kontemplativen Dialog einlädt.

Marcel Große untersucht in seinen installativen Raumarbeiten die Beziehung zwischen menschlicher Existenz und kosmischer Ordnung. Seine Bildräume eröffnen Perspektiven auf das Verhältnis von Endlichkeit und Unendlichkeit, von materieller Wirklichkeit und geistiger Erfahrung. Freiheit erscheint dabei nicht als Zustand grenzenloser Entgrenzung, sondern als bewusste Bewegung an den Schwellen des Wahrnehmbaren – dort, wo Begrenzung zur Voraussetzung neuer Erkenntnis wird.

Über alle Grenzen versteht sich als Einladung, die Grenze nicht allein als Trennung zu begreifen, sondern als Ort des Übergangs: zwischen Erde und Universum, Innen und Außen, Wirklichkeit und Imagination. In der Gegenüberstellung beider Positionen entsteht ein Dialog, der kunsthistorische Bezüge zu Surrealismus und zeitgenössischer figurativer Malerei ebenso aufruft wie philosophische Vorstellungen eines kosmischen Bewusstseins.

 

Marcel Große (*1981, in Halle an der Saale) studierte Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg als Meisterschüler von Claus Bury. Seitdem lebt und arbeitet er in Hamburg. Beim „Art meets science“- Projekt kuratierte u.a. er in Zusammenarbeit bei DESY die Ausstellung „dark matter“ im Forschungszentrum des Deutschen Elektronen Synchrotrons Hamburg. Das wissenschaftsbezogene Projekt entstand mit Unterstützung der Technischen Universität Harburg/ TUHH. Er erhielt die Projektförderung der Behörde für Kunst und Medien Hamburg, das Hamburger Zukunftsstipendium, Debütantenförderung der AdBK Nürnberg, das Kunsthallen Stipendium der Stadt Kempten und hatte zahlreiche Einzelausstellungen u. internationale Ausstellungsbeteiligungen u.a. in Auckland (Neuseeland), Shantou (China), Amsterdam (Niederlande), Brno (Tschechien) und stellt seither in diversen Institutionen, Vereinen, Künstlerhäusern aus, sowie im öffentlichen Raum im Rahmen des Landschaftskunstprojektes des Kunstverein und der Stiftung Springhornhof.

Maria Schoof (*1977, Hamburg) lebt und arbeitet südlich von Hamburg. Nach einem Studium der Kunstgeschichte und Kulturwissenschaften an den Universitäten Göttingen und Bremen absolvierte sie ein Illustrationsstudium in Hamburg, das sie 2006 abschloss. Seitdem widmet sie sich schwerpunktmäßig der freien Malerei. Ihre Werke bewegen sich zwischen Figuration und Abstraktion und setzen sich mit Wahrnehmung, Erinnerung und den vielschichtigen Ebenen menschlicher Erfahrung auseinander. Schoofs Arbeiten wurden in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen in Deutschland sowie international gezeigt, unter anderem in Hamburg, Berlin, Chemnitz, Antwerpen, New York und Miami. Sie erhielt mehrere Auszeichnungen, darunter das KUNSTFONDS-Stipendium (2025), den SWING BY – Preis für junge Kunst der Kunststiftung Poolhaus Blankenese (2024) sowie das Hamburger Zukunftsstipendium für bildende Kunst und Literatur (2021).

 

Abb.: Maria Schoof, Death, 2025, Öl auf Leinwand, 240 x 155 cm