21.08.2027 - 26.09.2027, 16:00 Uhr
Regine Schulz - Gegen das Material
Die Galerie in der Wassermühle Trittau präsentiert die Bildhauerin Regine Schulz, die sich den Widerständen, Eigenlogiken und Grenzen von Materialien widmet.Ausgangspunkt ihrer Arbeit ist nicht die Formidee allein, sondern der unmittelbare Umgang mit dem Material selbst. Stahl und Beton werden zu aktiven Gegenübern eines künstlerischen Prozesses, in dem Handlung, körperlicher Einsatz und materielle Eigenschaften untrennbar miteinander verbunden sind.
In ihren Skulpturen, Installationen und performativen Arbeiten untersucht Schulz die Kräfte, die zwischen Körper und Material wirken. Dabei interessiert sie sich für die Frage, was ein Material „will“, welche Eigenheiten und Widerstände ihm eingeschrieben sind und wie diese den künstlerischen Prozess beeinflussen. Der Werkstoff wird nicht bloß bearbeitet, sondern tritt in einen Dialog mit der Künstlerin: Materialien formen Handlungen ebenso, wie Handlungen Materialien verändern. Aus diesem Wechselspiel entstehen Arbeiten, die zwischen Kontrolle und Kontrollverlust, Stabilität und Veränderung sowie Konstruktion und Prozesshaftigkeit oszillieren.
Schulz verwendet bevorzugt Materialien wie Stahl und Zement, die gemeinhin mit Beständigkeit, Schwere und körperlicher Arbeit assoziiert werden. Indem sie diese Stoffe ihren funktionalen Zusammenhängen entzieht und ihren inhärenten Kräften folgt, eröffnet sie neue Sichtweisen auf ihre physische und symbolische Bedeutung. Die Materialität selbst wird zum Träger künstlerischer Fragestellungen.
Ein zentraler Aspekt ihrer Arbeit ist die Einbindung des Körpers. Die Werke fordern dazu auf, sich räumlich und physisch zu ihnen in Beziehung zu setzen. So entstehen Situationen, in denen die Grenzen zwischen Objekt, Raum und Betrachtenden neu verhandelt werden. Die Ausstellung macht erfahrbar, wie materieller Widerstand, menschliche Handlung und räumliche Wahrnehmung miteinander verwoben sind. Zugleich hinterfragt Schulz Zuschreibungen von Kraft, Arbeit und Körperlichkeit und eröffnet neue Perspektiven auf die Beziehung zwischen Mensch und Material.
Regine Schulz (*1990 in Heide/Dithmarschen) lebt und arbeitet in Hamburg. Von 2010-2019 studierte sie Bildende Kunst an der Muthesius Kunsthochschule Kiel bei Prof. Elisabeth Wagner (Bildhauereiklasse) und schloss 2019 mit dem Master ab. In ihren skulpturalen, installativen und performativen Arbeiten erforscht sie die materiellen und körperlichen Bedingungen von Form, Raum und Handlung. Ihre Arbeiten waren unter anderem in Hamburg, Kiel, Berlin, Schwerin und München zu sehen.