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Kunststipendium

Dirk Meinzer

portrait

Ich habe vor zwei Jahren begonnen mein heterogenes Werk, das ich in verschiedenste Familien untergeordnet habe, in meiner letzten Werkgruppe, den Nocturne, zu vereinen.

Meine Übungsfelder sind die Nichtigkeit, die Fadheit, das Archaische, das Kleine, das Groteske, Gespenster, Mensch-Tier-Beziehungen, das Verschwinden, Rituale, der Event, Interkulturelles und das Paradies.

Meine Werke strahlen eine einfache Vollkommenheit aus, die dem Leben allen Sinn entzieht. Dadurch schenken sie eine heitere Indifferenz, begünstigt durch das intensive Nebeneinander des Verschiedenen. Die synthetischen Zusammenfügungen weichen einem zusammengebunden Kontinuum der Nähe. Darum wirken sie freundlich. Kein Dialog hat die Dinge vermittelt oder zu versöhnen. Sie haben nicht viel miteinander zu tun. Vielmehr entleeren sie sich in eine indifferenten Nähe.

Es ist eine situative traumhafte Schwebe, die ich in einem Moment, wie ein Ereignis,  versuche zu erzeugen.

Meine Ausstellungen zeugen von ekstatischer Ausschweifungen der unproduktiven Verausgabung und sollen betrachtet werden wie ein stehendes Gewässer im Licht ohne Bewegtheit und Gerichtetheit, nicht beschienen oder bestrahlt, in der Flüchtigkeit eines Überganges: Es ist die Beatitude geronnener Langeweile bei der Strukturierung von Erfahrungen in Form von Bildern.

Zum Einsatz kommen phosphoreszierende Gesteinsmehle, die tagsüber eine fade Farbgebung zeigen, während sie im Dunkeln Energie in Form von Strahlung, einem Nachleuchten, abgeben.

Dirk Meinzer
1972 geboren in Karlsruhe. Lebt in Hamburg und Deinste.
2010 - 2011    Lehrauftrag an der HFBK Hamburg
2010 -               Initiator und Kurator, Friends and Lovers in Underground
1997 – 2004    Studium und Diplom der Freien Kunst bei Claus Böhmler, Hochschule für bildende Künste Hamburg