Kunststipendium in der Trittauer Wassermühle

Die Sparkassen-Kulturstiftung Stormarn der Sparkasse Holstein schreibt ein Jahresstipendium für bildende Künstlerinnen und Künstler in Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern aus. Das Stipendium beinhaltet freies Wohnen in einer ca. 70 qm großen Wohnung in der idyllisch gelegenen Wassermühle in Trittau. Darüber hinaus wird ein monatlicher Unterhaltszuschuss von 800 Euro gezahlt. 

Zum Abschluss des Studienaufenthaltes wird eine Präsentation der aktuellen Arbeiten erwartet. Der begleitende Katalog wird finanziert. Ausstellungsräume sind vorhanden. Im benachbarten Atelierhaus steht dem Stipendiaten bzw. der Stipendiatin ein Atelierraum zur Verfügung.

Stipendiat:innen

Portrait AnnaMieves v2

Die aktuelle Stipendiatin
Anna Mieves

Anna Mieves arbeitet mit einer technischen Formensprache, die sie in Materialien wie Holz, Porzellan und Kunststoffen bearbeitet und in raumbezogene Installationen umsetzt. Zudem entstehen Videos, Szenografien und Performances. In ihren Arbeiten kreist sie um Fragen und Themen des Prozesshaften und des In-Bewegung-Seins, wobei Abdrücke und Ausschnitte in unterschiedlichen Maßstäben von besonderer Bedeutung sind. Ein wiederkehrendes Element ihrer Arbeit ist die Hohlform: Eine Fläche wird unter dem Einfluss der sie prägenden Bedingungen zum Objekt.

Seit 2008 waren ihre Werke in zahlreichen Ausstellungen zu sehen. Mieves erhielt u.a. 2018 das Klaus-Kröger-Atelierstipendium sowie 2019 das Residenzstipendium ‚Freiräume‘ der Schaumburger Landschaft.

Anna Mieves (*1982 in Hamburg) lebt und arbeitet in Hamburg und studierte bis 2018 Hochschule für bildende Künste in Hamburg. 

Website der Künstlerin

Christoph Faulhaber kl


Christoph Faulhaber

Foto: Christian Dietz Photography

Christoph Faulhaber ist Künstler, Filmemacher und Autor. Performances im öffentlichen Raum, Rechercheprojekte oder filmische Arbeiten sind Teil seiner künstlerischen Auseinandersetzung mit gesellschaftskritischen Themen. Dabei geht es dem Künstler oftmals um die unmittelbaren Reaktionen. Alle Aktionen werden jedoch auch fotografisch festgehalten und rezipiert. So erschien im letzten Jahr im Hatje Cantz Verlag die umfangreiche Monografie „A Golden Age“ über Faulhabers vielschichtiges Schaffen.

Bildschirmfoto 2020 10 16 um 12.16.55


Anna Lena Grau

Foto: Verena Schöttmer

Anna Lena Grau (*1980 in Hamburg) studierte bis 2007 an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg. Seitdem waren ihre Werke in zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland zu sehen. 2014 erhielt sie u.a. das Hamburger Arbeitsstipendium sowie 2015 das Stipendium im Künstlerhaus Lauenburg. Seit Mai 2018 ist sie Stipendiatin der Sparkassen-Kulturstiftung Stormarn.

Ausgangspunkt für Anna Lena Graus bildhauerischen Werke sind oftmals Recherchen zu wissenschaftlichen, historischen oder technischen Themen und Phänomenen. Aus einer Kombination von forschend - künstlerischem Interesse an wissenschaftlichen und philosophischen Fragestellungen resultieren Werke mit einer überraschenden und überzeugenden Material - und Formensprache.

ResizedImage259326 Portrait Constanze Vogt


Constanze Vogt

Constanze Vogt (*1984) studierte von 2007 bis 2015 an der Muthesius Kunsthochschule Kiel mit einem Studienaufenthalt an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee. Im Jahr 2015 erhielt sie den Gottfried Brockmann Preis der Stadt Kiel. Seit Mai 2017 ist sie Stipendiatin der Sparkassen-Kulturstiftung Stormarn.
Über ihre Pläne für die Zeit in Trittau sagt Constanze Vogt: „Ich möchte die Bedingung meiner Arbeit selbst zur Arbeit  machen: ein Bleistift, ein Papier, eine Wand. Manchmal zeigt sich mein Bildgrund fern von seiner Trägerfunktion in seinen eigenen Möglichkeiten. Zuweilen gehen Bild und Bildgrund ineinander über oder treten in einen Dialog. In meiner Zeit in Trittau möchte ich Fragen nach dem Bild und seinem Träger, Materialität und Prozesshaftigkeit nachgehen. Mit und ohne Worte untersuche ich Möglichkeiten eines Denkens mit den Händen; zwischen und inmitten meiner Arbeiten.“
Zum Abschluss des Kunststipendiums fand die Ausstellung "spalten" vom 24. März bis zum 13. Mai 2018 in der Galerie der Wassermühle Trittau statt. Anlässlich der Ausstellung entstand ein Katalog gemeinsam mit dem Kerber Verlag.
ResizedImage353235 Pressefoto Verena Schoettmer e1456157984355


Verena Schöttmer

Die in Hamburg lebende Künstlerin Verena Schöttmer ist die neue Stipendiatin für das Kunststipendium in der Trittauer Wassermühle 2016/2017. Die Jury der Sparkassen-Kulturstiftung Stormarn hat sich für Schöttmer ausgesprochen, deren Werke sich in Installationen, Skulpturen und Collagen manifestieren.

Schöttmers Werke bestehen überwiegend aus Stoffen und bedienen sich der vermeintlich direkten Bildlichkeit von Wandteppichen, Vorhängen und Paravents. Die künstlerische Herangehensweise zeigt sich zudem in der Fertigung von Druckcollagen. Die Künstlerin selbst formuliert: „Zentral für mein Werk sind Stoffe als Material. Verarbeitet werden diese zu hängenden, bisweilen wie Flaggen anmutenden Wandteppichen, zu Vorhängen und Paravents, oftmals in Form von Collagen, Assemblagen sowie Rauminstallationen, mit denen ich die territorialen Grenzen von magischem Theater-Interieur, Zeitgeistoberflächen und traditionellem Kunsthandwerk zu überschreiten gedenke.“ 

Website der Künstlerin

23 69639228 23 69639229 1428071310


Hannah Rath

Hannah Rath, 1983 in Marburg geboren, die 2010 ihr Kunststudium mit einem Diplom an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg abgeschlossen hat, nähert sich in ihren Werken behutsam und stringent den Eigenschaften von Sprache und Text.
Hannah Rath experimentiert und dekonstruiert, reiht oder verschiebt einzelne Schriftzeichen und Buchstaben, um sie in ihren Arbeiten in eine neue Dimension zu überführen. In ihren Werken versucht Rath unsichtbare Strukturen und Rhythmen aufzuspüren und neu zu verorten. Ihre Werke generieren sich somit aus einem stetigen Abtasten und Reflektieren von Schrift und Sprache.

 Zum Abschluss des Kunststipendiums fand die Ausstellung "Hannah Rath - Hen to Pan" in der Galerie der Wassermühle Trittau statt. Anlässlich der Ausstellung entstand ein Katalog.

dsc 0090 3577ebb7 6491 4562 8c3e cd8e37ec64ab


Lily Wittenburg

Lily Wittenburg (*1984 in Dannenberg, Elbe) untersucht in ihren Arbeiten materiell vorhandene Räume und Architekturen auf ihre immateriellen Eigenschaften. Sie übersetzt ihre Beobachtungen in Installationen, Zeichnungen und Filmen. Es entstehen große, raumgreifende Arbeiten genauso wie komplexe Zeichnungen und montierte Filmcollagen. Oftmals kombiniert sie für ihre Ausstellungen die verschiedenen Medien miteinander. Im letzten Jahr etwa zeigte sie in Berlin ihre Ausstellung „Radio Horeb“ (2013), in der sie sowohl Zeichnungen, eine Fotografie wie auch einen Film präsentierte und die Ausstellung durch installative Elemente räumlich strukturierte.

Thematisch kreisen die Werke der Künstlerin, wie in dem obigen Fall, um reale Orte und Begebenheiten, die aus einem persönlichen Blickwinkel heraus analysiert werden. Dabei ist es Wittenburg wichtig zum Material einen eigenen Bezug zu haben und nicht aus den Bildarchiven der Welt zu schöpfen, sondern aus dem eigens Gesehenen. Ausgehend von diesen Wirklichkeiten entwickelt die Künstlerin mit ihren Werken oftmals räumlich arbeitende Modelle von Erfahrungswelten. Räumliche Gefüge mit ihren physischen und sozialen Bedingungen interessieren die Künstlerin, denn sie bestimmen unser Menschsein an einem Ort. Ob wir uns begegnen oder nicht, zu welchem Zeitpunkt ein Sprechen möglich ist, wird durch die gebaute Wirklichkeit bestimmt. Die Künstlerin detektiert für ihre Werke taktile Wahrnehmungen von Raum und baut für ihre komplexen Werke Felder um Begriffe herum auf, in deren Zentrum der eigentliche Begriff als Leerstelle steht.

Lily Wittenburg hat von 2002–2008 an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg studiert. Die Werke wurden in Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland gezeigt, wie etwa im Kunsthaus Hamburg, dem Kunstverein Hamburg und der KM Galerie, Berlin. Sie erhielt im Jahr 2012 das Arbeitsstipendium der Freien und Hansestadt Hamburg und war im Jahr 2013 Stipendiatin im Künstlerhaus Lauenburg. Im Jahr 2015 erhält sie den Förderpreis der Arthur Boskamp-Stiftung in Hohenlockstedt.
·
Zum Abschluss des Kunststipendiums fand die Ausstellung "Lily Wittenburg - Odessa Theda Stein" in der Galerie der Wassermühle Trittau statt. Anlässlich der Ausstellung entstand ein Katalog.
23 60272119 23 60275190 1398165517


Casandra Popescu

Die 1978 in Rumänien geborene Casandra Popescu studierte in Hamburg und Basel freie Kunst und war 2013/2014 Stipendiatin der Sparkassen-Kulturstiftung Stormarn. Cassandra Popescu machte ihr Diplom mit Auszeichnung. Ihre Arbeiten wurden in Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland gezeigt u.a. in der Galerie Katharina Bittel in Hamburg oder im Space Other in Boston.

Zu ihrer Arbeit, so sagt sie selbst, zählt sie das Erkennen von Mustern, das Verbinden von Sprache und Schrift, Gesetzen und Zeichen der Logik, der modernen Physik, der Algebra und der mathematischen Kombinatorik mit dem Alltäglichen und dem Leben.

Zu ihrem künstlerischen Werk zählen zahlreiche Zeichnungen, Künstler- und Tagebücher, Papierarbeiten, Installationen, Objektbilder und Objekte.

 Zum Abschluss des Kunststipendiums fand eine Ausstellung in der Galerie der Wassermühle Trittau statt. Anlässlich der Ausstellung entstand ein Katalog.

Naho Kawabe


Naho Kawabe

Die 1976 in Fukuoka in Japan geborene Künstlerin Naho Kawabe ist die 21. Stipendiatin, die mit dem Jahresstipendium für Künstler und Künstlerinnen der Kulturstiftung Stormarn der Sparkasse Holstein ausgezeichnet wurde. Ein Jahr lang wohnte sie in der Trittauer Wassermühle und konnte im nahe gelegenen Atelier im Atelierhaus der Stiftung arbeiten. Am 30. April 2013 endete ihr Aufenthalt.

Zum Abschluss des Jahresstipendiums zeigte die Sparkassen-Kulturstiftung Stormarn die Ausstellung „Observer Effect" vom 6.4. bis 5.5.2013 in der Trittauer Wassermühle und im Foyer des Ateliershauses in Trittau.

Die Künstlerin, die seit über zehn Jahren in Hamburg lebt, arbeitet mit ungewöhnlichen Materialien: Kohlestaub, Glas, Spitzengardinen, Kugeln, Bällen und Angelschnüren.
Aus Licht und Schatten bildet Kawabe Worte. Sie hat auch den Fluchtweg von Walter Benjamin über die Pyrenäen filmisch dokumentiert oder Ruinen fotografiert, die der Tsunami im Norden Japans 2011 hinterlassen hat. Die Ästhetik im Werk der Künstlerin ist brüchig und ephemer, sie zeigt „die Gleichzeitigkeit von Hiersein und Dortsein." (Kawabe).
Ludwig Seyfarth schreibt im Katalog zur Ausstellung: „Naho Kawabe zeigt uns die Welt gleichsam in einem anderen Aggregatzustand: nicht in ihrer physischen Festigkeit, sondern im Transitorischen, Flüchtigen, was sich auch in der Vorliebe für Materialien wie zum Beispiel Kohlestaub ausdrückt."

Naho Kawabe studierte bildende Kunst an der Universität Musashino in Tokyo (1999 Bachelor) und an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg (Diplom 2006). Sie war bereits bei verschiedenen Gruppenausstellungen dabei und sie hat mehrere Preise erhalten u.a. 2008 Hamburger Arbeitsstipendium, 2009 Japanese Goverment Overseas Study Programme für Artists, 2010 Shiseido Art Egg Award 05 und 2012 Boesner art award, Jury's Special Award.

Zur Abschlussausstellung "Observer Effect" erschien ein Katalog.

ResizedImage149203 DSCI0004


Tilmann Haffke

Der Hamburger Künstler Tilmann Haffke bezog am 1. Mai 2011 als 20. Stipendiat der Sparkassen Kulturstiftung das Atelier in der Trittauer Wassermühle. Haffke studierte an der Design Factory in Hamburg und an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg.

Malerei, gegenständliche Collagen und eigenwillige Farbwelten sind zentral im Werk des 37-jährigen, der den Maler Max Ernst und den Objektkünstler Dieter Roht zu seinen Vorbildern zählt. Die Verwendung realer Gegenstände prägt den individuellen Stil von Haffkes Kunstwerken. Kaputte Ohrringe, Muscheln, Plastikstreifen - all das ist Teil von Haffkes Werken.

Auch für das in Trittau entstandene Werk Lemuria ließ er sich von der Realität inspirieren und integrierte einen mumifizierten Frosch, Frauenhaare und ein beschädigtes Schneckenhaus auf einem aus dem Mühlenflüsschen geborgenen Stück Holz. Dass sich diese kreative Methode anbietet für den Künstler, der sich für fernöstliche Philosophie interessiert, erklärt er selbst so: »Für mich hat Kunst mit Suchen und Schauen zu tun. Ich teile Duchamps Ansicht, dass Kunst im Auge des Betrachters liegt. Jeder Gegenstand kann Kunst sein.«

 Im Rahmen der Abschlussausstellung in der Galerie in der Wassermühle Trittau entstand ein Katalog.

softic adnan 350x500 q80


Adnan Softic

Der Videokünstler und Filmemacher Adnan Softić ist der 19. Stipendiat der Sparkassen-Kulturstiftung Stormarn. Der 1975 in Sarajevo geborene und in Bosnien und Herzegowina aufgewachsene Adnan Softić musste als 17-Jähriger wegen der schrecklichen politischen Verhältnisse seine Heimat verlassen. Er studierte an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg und schloss 2004 sein Studium mit dem Diplom ab.

Der Krieg in seiner Heimat und der Verlust der Heimat sind immer indirekt auch ein Subthema seiner Arbeit. Die schwierige Lage auf dem Balkan hat ihn nicht losgelassen und er hat viel darüber nachgedacht und reflektiert. „Das Leben läuft nicht einfach von A nach B, es kommt immer etwas dazwischen, es gibt immer Zäsuren" sagt Adnan Softić.

„Der Alltag ist von Vorstellungen und surrealen Momenten voll".

Nicht über die Liebe zum Kino kam er zum Filmemachen, sondern über die Musik. Zu seinen Projekten zählten 1995 bis 2008 „LOMA" - eine posttraumatische Unterhaltungsmusik. 1999 entstand sein 6-minütige Super 8 Film „Festes Gewebe oder der Körper ist mein Tempel". Es zeigt, wie junge Männer in einer völlig zerstörten Umgebung ihre Körper trainieren, um dem Ideal westlicher Werbungsbilder zu entsprechen - ein völlig surreales Verhalten.

2002 produzierte er den 16 mm Film „Nema problema / Es gibt kein Problem", der das Surreale und Unterschwellige einer Alltagsszene und die Beziehung von Vater und Sohn thematisiert. Sein größtes Filmprojekt entstand 2007 „Luk - Onion - Zwiebel" Super 16 mm, 60 Minuten. Auch hierbei geht es wieder um surreale oder fiktive Beobachtungen: Ein Putzmann beobachtet seine Mitarbeiter, ohne ihnen je begegnet zu sein. Sein Sohn hat Angst vor einem Einbrecher, den es nicht gibt. Deren Hausfreund trifft die wiederauferstandene Janis Joplin, die er auf vernünftige Art und Weise ins Jenseits zurückschicken will. „Der Film ist zum großen Teil eine Reaktion zu den Entwicklungen des Kinos der letzten Jahrzehnte. Mit diesem Film wollte ich einen ambivalenten Punkt treffen," so Adnan Softić „an dem man sich nicht mehr sicher sein kann, wie die Dinge laufen oder laufen könnten."

Adnan Softić wurde schon mit Preisen und anderen Stipendiaten ausgezeichnet. U.a. 2008/2009 mit dem Hamburger Arbeitsstipendium für Bildende Kunst, 2007 mit dem Forschungsstipendium & Residenzaufenthalt in der Sommerakademie Paul Klee Zentrum in Bern in der Schweiz, 2006 - 2008 Stipendium zur Förderung des künstlerischen Nachwuchses und 2005 Dietze Preis für das beste Diplom.

Zum Abschluss des Kunststipendiums fand die Ausstellung "Adnan Softić - Posttraumatische Unterhaltung in der Galerie in der Wassermühle Trittau statt. Im Rahmen der Ausstellung entstand ein Katalog.

Dirk Meinzer Portrait


Dirk Meinzer

Ich habe vor zwei Jahren begonnen mein heterogenes Werk, das ich in verschiedenste Familien untergeordnet habe, in meiner letzten Werkgruppe, den Nocturne, zu vereinen.

Meine Übungsfelder sind die Nichtigkeit, die Fadheit, das Archaische, das Kleine, das Groteske, Gespenster, Mensch-Tier-Beziehungen, das Verschwinden, Rituale, der Event, Interkulturelles und das Paradies.

Meine Werke strahlen eine einfache Vollkommenheit aus, die dem Leben allen Sinn entzieht. Dadurch schenken sie eine heitere Indifferenz, begünstigt durch das intensive Nebeneinander des Verschiedenen. Die synthetischen Zusammenfügungen weichen einem zusammengebunden Kontinuum der Nähe. Darum wirken sie freundlich. Kein Dialog hat die Dinge vermittelt oder zu versöhnen. Sie haben nicht viel miteinander zu tun. Vielmehr entleeren sie sich in eine indifferenten Nähe.

Es ist eine situative traumhafte Schwebe, die ich in einem Moment, wie ein Ereignis,  versuche zu erzeugen.

Meine Ausstellungen zeugen von ekstatischer Ausschweifungen der unproduktiven Verausgabung und sollen betrachtet werden wie ein stehendes Gewässer im Licht ohne Bewegtheit und Gerichtetheit, nicht beschienen oder bestrahlt, in der Flüchtigkeit eines Überganges: Es ist die Beatitude geronnener Langeweile bei der Strukturierung von Erfahrungen in Form von Bildern.

Zum Einsatz kommen phosphoreszierende Gesteinsmehle, die tagsüber eine fade Farbgebung zeigen, während sie im Dunkeln Energie in Form von Strahlung, einem Nachleuchten, abgeben.

Dirk Meinzer
1972 geboren in Karlsruhe. Lebt in Hamburg und Deinste.
2010 - 2011    Lehrauftrag an der HFBK Hamburg
2010 -               Initiator und Kurator, Friends and Lovers in Underground
1997 – 2004    Studium und Diplom der Freien Kunst bei Claus Böhmler, Hochschule für bildende Künste Hamburg